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KIN-Marktcheck: Fleischersatzprodukte im Regal – Vom teuren Trend zur neuen Normalität?

Vegane Burger, pflanzliches Hack oder vegetarische Nuggets galten lange als teure Nischenprodukte für eine kleine Zielgruppe. Wer sich vor einigen Jahren für Fleischersatzprodukte entschied, musste häufig einen deutlich höheren Preis zahlen als für das tierische Original. Doch ein Blick in die heutigen Supermarktregale zeigt: Der Markt hat sich klar verändert!

 

Der Preis entscheidet?

Zentrale Beobachtung ist die Entwicklung des Preises. Discounter wie bspw. Lidl haben hier bereits Ende 2023 eine bewusste Entscheidung getroffen und stehen nach eigenen Angaben für „Gleichberechtigung auf dem Teller“. Unter diesem Motto hat der Discounter die Preise seiner pflanzlichen Eigenmarkenprodukte „Vemondo“ auf das Niveau vergleichbarer Tierprodukte angeglichen. Stand heute kosten vegane oder vegetarische Alternativen teils sogar schon weniger als tierische Pendants. Für Verbraucher fällt dadurch eines der größten Kaufhindernisse zunehmend weg.

 

Fleischersatzprodukte = schlechter Geschmack und ein Zutaten-Roman?

Dass ein Fleischersatzprodukt kein reines Naturprodukt ist, sondern ein verarbeitetes Produkt darstellt, ist (vermeintlich) jedem und jeder bewusst. Doch wo vor einigen Jahren noch Geschmacksqualität, Textur und Nährwerte klare Schwächen pflanzlicher Alternativen war, finden sich im Kühlregal immer mehr Beispiele, welche den tierischen Produkten in nichts nachstehen. Auch die Liste an Inhaltsstoffen und Zutaten nimmt kontinuierlich ab, was Bedenken und Kauf-Hemmschwellen bei Verbrauchern zunehmend abklingen lässt.

 

Die Zielgruppe ändert sich

Heutzutage greifen nicht mehr nur reine Veganer und Vegetarier zum Fleischersatzprodukt. Ein Begriff, der sich in den letzten Jahren etabliert hat, ist der „Flexitarier“ – Menschen, die zwar noch Fleisch konsumieren, aber das bewusst und nur in Maßen. Der Anteil an Flexitariern in Deutschland wird in Studien und Umfragen zwischen 40 und 50% geschätzt. Wer also denkt, dass die Zielgruppe und der Markt für Fleischersatzprodukt eine Nischengruppe ist und nur wenig Potential bietet, der liegt klar falsch. Fleischalternativen gehören im Jahr 2026 für einen großen Anteil der deutschen Bevölkerung in die alltägliche Ernährung.

 

Ab jetzt also nur noch Fleischalternativen?

Die Marktentwicklung zeigt: Fleischalternativen haben den Sprung aus der Nische geschafft. Das Sortiment wächst, Produkte werden günstiger und die Geschmacksunterschiede immer irrelevanter. Dieser Trend bedeutet aber keineswegs das Ende des klassischen Fleischkonsums. Im Gegenteil: Nach mehreren Jahren des Rückgangs verzeichnete das BMEL wieder einen Anstieg des Fleischkonsums in Deutschland um 1,4kg pro Person – vorrangig Geflügelfleisch. Die eigentliche Marktveränderung besteht also vermutlich weniger darin, dass Fleisch verdrängt wird. Vielmehr erweitert sich das Angebot und die Alternativen, was Verbrauchern mehr Entscheidungsvielfalt und -möglichkeiten bietet.

Fleischersatzprodukte werden damit zunehmend zu einer Ergänzung des Speiseplans – nicht zwangsläufig zu einem vollständigen Ersatz.