Die Bundesvereinigung der Deutschen Lebensmittelindustrie veröffentlichte am 29.07.2025 ein Interview mit Tobias Koppitz, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Aromenindustrie, mit dem Tenor, das bewusste Ernährung nicht nach Verzicht schmecken muss.
Aromen sind für den Geschmack, die Attraktivität und die Innovationskraft moderner Lebensmittel zentral. Sie machen pflanzliche Alternativen genussvoll, helfen bei zucker- und salzreduzierten Rezepturen und ermöglichen konstante Qualität unabhängig von äußeren Faktoren wie Erntezeiten. Die Branche investiert viel in Forschung und Entwicklung und ist heute aktiver Trendgestalter als früher.
Dabei geben verschiedene Deklarationen Hinweise auf die Herkunft und Art der verwendeten Aromen. Die Aromenindustrie unterstützt die Nationale Reduktionsstrategie, indem sie ermöglicht, das Geschmackserlebnis auch bei verringertem Zucker-, Salz- oder Fettgehalt zu erhalten.
Dabei gewinnen Fermentationsverfahren bei der Herstellung von Aromen an Bedeutung, weil sie gezielt neue Geschmackstoffe erzeugen können. Dafür werden beispielsweise Mikroorganismen genutzt, z.B. für vegane Käsealternativen. Fermentation unterstützt Innovationen, u.a. für Produkte mit weniger tierischen Bestandteilen, steht aber noch vor regulatorischen Hürden in Europa (Stichwort: Novel-Food-Verordnung).
Aromen sind essenziell, um pflanzliche Produkte geschmacklich attraktiv zu machen und bekannte Genusserlebnisse zu reproduzieren (z.B. bei Burgern oder Käseersatz). Sie helfen auch dabei, unerwünschte Eigengeschmäcker – etwa Bitterstoffe – zu maskieren.
Die Branche setzt auf hohe Standards bezüglich Transparenz, Herkunft und Nachhaltigkeit – oft auch über Initiativen wie internationale Nachhaltigkeitschartas. Trotzdem werden die Anforderungen an Dokumentation und Herkunftsnachweise immer aufwendiger. Koppitz fordert mehr Augenmaß, damit Innovation und Wettbewerbsfähigkeit nicht durch übermäßige Regulierung behindert werden. Eine risikobasierte Regulierung wird als sinnvoller eingeschätzt.
Die Aromenindustrie spielt eine zentrale Rolle für moderne, nachhaltige und innovative Lebensmittel. Sie sieht sich als verantwortungsbewusster Branchenakteur, warnt aber davor, dass Überregulierung und Bürokratie Innovationspotenzial und Standortvorteile Europas gefährden könnten.
Lesen Sie hier gerne das eigentliche Interview mit Tobias Koppitz, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Aromenindustrie.