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Honig kann gesund sein

Honig kann gesund sein

Bestimmte positive Wirkungen sind wissenschaftlich belegt. Gleichzeitig bleibt er jedoch ein zuckerreiches Lebensmittel, das nur in Maßen konsumiert werden sollte.

Honig besteht überwiegend aus Glukose und Fruktose. Zusätzlich enthält er geringe Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen (z. B. Polyphenole). Diese bioaktiven Substanzen unterscheiden Honig von reinem Haushaltszucker.

Wissenschaftliche belegte Wirkungen wie Hustenlinderung wurden in Studien nicht eindeutig nachgewiesen, aber Honig kann bei Kindern (über 1 Jahr) nächtlichen Husten lindern – teils vergleichbar mit gängigen Hustensäften. Deshalb empfiehlt auch die World Health Organisation Honig als mögliche unterstützende Maßnahme bei Erkältungshusten.

Zudem besitzt Honig natürliche antimikrobielle Eigenschaften (u. a. durch Wasserstoffperoxid, niedrigen pH-Wert und der hohen Zuckerkonzentration). Daher gibt es auch medizinischen Honig, der in der Wundversorgung eingesetzt wird – besonders bekannt ist hier Manuka-Honig.
Der sekundäre Pflanzenstoff Polyphenol im Honig wirkt antioxidativ. Labor- und kleinere Humanstudien zeigen positive Effekte auf Entzündungsmarker – die klinische Relevanz im Alltag ist jedoch begrenzt.

Damit ist Honig kein „Superfood“, weil es kein gesunder Zuckerersatz im Sinne von „kalorienfrei“ ist und damit kein Schutz vor Diabetes oder Übergewicht bietet. Er enthält fast genauso viele Kalorien wie Haushaltszucker. Der gesundheitliche Unterschied liegt eher in den Begleitstoffen – nicht im Energiegehalt.

In jedem Falle ist das klebrige Gold eine fantastische geschmackvolle Alternative in der küchentechnischen Zubereitung, allerdings für Säuglinge nicht geeignet (Risiko für Säuglingsbotulismus). Das allerdings ist Eltern nicht immer bewusst, weil stets der Glaube an das tolle goldige Zeug, was soooo gesund ist, einfach nicht stimmt. Irrglaube oder auch Legende, die Ernüchterung benötigt.

Lesen Sie hierzu einen Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).