Im vergangenen Monat bot das 23. Innomeeting von Innoform in Osnabrück wieder den zentralen Treffpunkt für die Flexpack-Industrie. Eine Branche, die den Wandel nicht abwartet, sondern aktiv gestaltet und wir vom KIN waren mit dabei!
Seit mehr als zwei Jahrzehnten bringt das Innomeeting Experten aus Industrie, Forschung und Markenunternehmen zusammen. Unter dem Leitthema „Flexpack 2030″ standen diesmal die drängendsten Fragen der nächsten Jahre im Mittelpunkt: Wie müssen Verpackungen künftig aussehen? Welche Materialien sind zukunftsfähig? Und was bedeutet das konkret für Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette?
Ein zentrales Element der nächsten Monate und Jahre: Die PPWR
Der tiefgreifende Wandel entsteht besonders durch die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation, kurz PPWR. Diese EU-Verordnung wird künftig maßgeblich beeinflussen, wie Verpackungen gestaltet, welche Materialien eingesetzt und welche Recyclinganforderungen erfüllt werden müssen. Ergänzt wird das durch schärfere Lebensmittelkontaktgesetze, Einschränkungen bei bestimmten Chemikalien sowie neue CO₂-Berichtspflichten entlang der Lieferkette.
Für Unternehmen, die bislang noch eher abwartend mit dem Thema Regulierung umgegangen sind, sendete das Innomeeting ein klares Signal: Die Zeit des Beobachtens ist vorbei.
Technologie macht es möglich
Ein besonders eindrucksvoller Teil der Veranstaltung war der Blick auf bereits verfügbare technische Lösungen. So sprachen Branchenexperten zentrale Lösungsstrategien an. Ein Beispiel lieferte hier Rainer Dahlmann (Institut für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk), welcher über SiOx Beschichtungen für Rezyklatprodukte sprach und darstellte, welche Herausforderungen durch Rezyklate entstehen. Zudem wurden auch Grenzen von modernen und (vermeintlich) zukunftsweisenden Technologien aufgezeigt. So demonstrierte Benedikt Kauertz (FEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH) in seinem spannenden Vortrag „Ökobilanz: Einweg vs. Mehrweg bei Palettensicherung“ sehr deutlich, dass nachhaltigere Verpackungsmaterialien und -formen in der Praxis nicht zwingend auch eine nachhaltige und positive Ökobilanz aufweisen.
Fazit
Ein zentrales Fazit der Veranstaltung: Technische Innovation allein reicht nicht – sie braucht eine funktionierende Infrastruktur und den Willen aller Akteure zur Zusammenarbeit. Das 23. Innomeeting hat gezeigt, wie viel Dynamik, Kompetenz und Gestaltungswille in dieser Branche stecken. Die flexible Verpackungsbranche befindet sich im Spannungsfeld aus Regulierung, Nachhaltigkeit und technologischer Innovation.
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