Schleswig-Holstein fördert Cook & Chill Projekt des KIN (News vom 20.11.2009)
Es gibt sie als Sandwich, Sushi-Schale, Süßspeise oder Fertiggericht im Kühlregal. Die Bandbreite so genannter „Cook & Chill"-Produkte ist groß.
Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Herstellungstechnologie, bei der die Speisen bis kurz vor dem Garpunkt zubereitet und dann auf eine Temperatur von drei Grad Celsius herunter gekühlt werden. Bei ununterbrochener Kühlkette sind sie so ohne Qualitätsverlust bis zu fünf Tage und länger im Kühlregal haltbar und werden erst kurz vor dem Verzehr aufgewärmt. So produzierte Gerichte kamen zuerst in der Gemeinschaftsverpflegung von Krankenhäusern und Heimen zum Einsatz, erfreuen sich aber auch in der Gastronomie und im Einzelhandel zunehmender Beliebtheit.
Ihre Herstellung stellt vor allem besondere Anforderungen an die Hygiene. Hier kommt die Kompetenz der KIN-Technologen ins Spiel. Das Institut entwickelt eine Anlage, die es ermöglicht, sämtliche Arbeitsschritte bei der Herstellung zu simulieren. Sensoren werden während des gesamten Verarbeitungsprozesses Daten über die Beschaffenheit der Produkte sammeln, die elektronisch verarbeitet und ausgewertet werden können. „Wir können so die Herstellungsprozesse bewerten und optimieren helfen", sagt Dr. Bernhard Roth, der das Projekt leitet. So wären gesicherte Erkenntnisse über Qualität, Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit möglich. Dem Hersteller böte so ein Verfahren den Vorteil, dass die oftmals handwerklich geprägten Produktionsprozesse entfallen würden, was wiederum eine erhebliche Kostenersparnis darstellt.
„So etwas gibt es noch nicht. Das ist eine echte Innovation, die die Ernährungswirtschaft in Schleswig-Holstein stärken wird", ist Dr. Bernd Bösche überzeugt. Und die sei, je nach Umsatz oder Beschäftigtenzahl gerechnet, immerhin die zweit- oder drittwichtigste Branche in Schleswig-Holstein. Der Geschäftsführer der Landes-Wirtschaftsförderung WTSH hatte am 4. November 2009 nicht nur lobende Worte für das KIN, sondern auch einen Förderbescheid dabei. Das KIN erhält 225.000 Euro aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft. „Die gibt es nur für Unternehmen, die wegweisende Projekte in Angriff nehmen und an der Spitze des Fortschritts stehen", so Bösche.
Die KIN GmbH möchte den Herstellern die neue Technologie sowohl nach Modulen getrennt oder kombiniert anbieten und erwartet, dass daraus Produktinnovationen für einen stark wachsenden Cook & Chill Markt resultieren werden.
Dr. Bernd Bösche (Zweiter von rechts)
übergab am 04.11.09 den Förderbescheid
an Dr. Bernhard Roth, Institutsleiter Rolf
Hornig und Gerd Kühl (von links) als
Vorstand des KIN-Vereins.

