Lebensmittelsensorik

Lebensmittelsensorik

 

Die Nahrungsaufnahme ist für den Menschen weitaus mehr als die reine Zufuhr lebenswichtiger Nährstoffe. Sie ist gleichzeitig Genuss, Erlebnis, Entspannung oder gesellschaftliches Ereignis. Um als positives Erlebnis vom Menschen wahrgenommen zu werden, muss der Eindruck, den ein Lebensmittel beim Verzehr hervorruft, ein angenehmer sein. Dieser Eindruck setzt sich aus den verschiedenen wahrnehmbaren Eigenschaften des Lebensmittels zusammen.

 

Die sensorische Analytik ist eine wissenschaftliche Disziplin, die die Eigenschaften eines Nahrungsmittels mit den menschlichen Sinnen misst. Der Mensch mit den entsprechend geschulten Sinnesorganen dient hierbei als „Messinstrument“.

 

Ausstattung

  • 6 Einzelkabinen
  • Gruppensensorikraum
  • Farblicht- und Tageslichtbeleuchtung
  • Datenerhebung und statistische Auswertung am PC
  • Geschultes Panel
  • Ungeschultes Verbraucherpanel

 

Affektive bzw. subjektive Prüfungen

Die affektive Sensorik (Hedonik) beschäftigt sich mit der Beurteilung eines Produktes durch ungeschulte Verbraucher. Der Konsument wird möglichst von Beginn an in die Produktentwicklung einbezogen, damit das Produkt in Bezug auf seine organoleptischen Eigenschaften optimiert und gemäß den Erwartungen der Zielgruppe entwickelt werden kann.

Die chemisch-physikalischen Eigenschaften eines Produktes können mit Hilfe von Verkostungen nicht untersucht werden. Sie dienen jedoch als Basis, auf der der Verbraucher seine persönliche Meinung zum Produkt abgibt. Eine Schulung der Sinnesorgane ist nicht notwendig. Die Anzahl der Testpersonen ist hier jedoch weitaus größer zu wählen, um statistisch aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.

Home Use Test
Das Haushaltspanel des KIN besteht aus mehr als 250 Haushalten aus ganz Deutschland, hauptsächlich jedoch aus dem Raum Neumünster. Die Teilnehmer bekommen das zu testende Produkt sowie einen Fragebogen zugesendet und bewerten das Lebensmittel, ohne von anderen Testern oder der Prüfsituation beeinflusst zu werden.

Präferenz- bzw. Akzeptanztests im Sensoriklabor des KIN
Ungeschulte Teilnehmer aus dem Verbraucherpanel werden in das Sensoriklabor des KIN eingeladen und bewerten unter gleichen und nachvollziehbaren Bedingungen das Produkt.

 

Verbraucherbefragungen

In seinen Räumlichkeiten führt das KIN für Lebensmittel- und Verpackungshersteller maßgeschneiderte Umfragen zum Konsumverhalten und Imageanalysen durch. Konsumenten werden außerdem am Point-of-Sale, z.B. in Verbrauchermärkten, Discountern, Drogeriemärkten und  Fachmärkten für Heimtierbedarf befragt.

 

Analytische bzw. objektive Prüfungen

Die analytische Nahrungsmittelsensorik ermittelt Daten durch Untersuchungen von geschulten Prüfpersonen. Persönliche Präferenzen oder Abneigungen werden weitgehend ausgeschlossen.

Zu den analytischen Prüfungen zählen:

  • Diskriminierungs- bzw. Unterschiedsprüfungen

  • Deskriptive bzw. beschreibende Prüfungen

 

Unterschiedsprüfungen
Zwei oder mehr Proben, die einen minimalen Unterschied aufweisen können, werden miteinander verglichen, um diesen Unterschied zu bestätigen bzw. auszuschließen.

Die Prüfmethoden der Unterschiedsprüfung können zur Untersuchung aller Produktveränderungen und -entwicklungen, Änderung der Produktions- oder Lagerbedingungen eingesetzt werden.

Diese Untersuchungsmethoden sind in kurzer Zeit durchführbar und durch die vergleichsweise geringe Anzahl benötigter Prüfpersonen relativ kostengünstig.

 

Anwendungsfelder:

  • Rohwarenaustausch
  • Änderung der Prozessparameter in der Produktion
  • Ermittlung der Lagerstabilität
  • Reklamationsüberprüfung etc.

 

Beschreibende Prüfungen
Die Eindrücke beim Verzehr eines Lebensmittels werden mit Hilfe dieser Prüfmethoden beschrieben und wie im Fall der Profilprüfung messbar gemacht. Die Daten solcher Prüfungen können mit chemisch-physikalischen Werten in Verbindung gebracht werden, um Mischungsverhältnisse oder Anteile einzelner Zutaten zu ermitteln, die sich in einer subjektiven Prüfung des Produktes als akzeptanzsteigernd erwiesen haben.

Anwendungsfelder:

  • Produktentwicklung
  • Verkehrsfähigkeitsbeurteilung etc.